Das Ende des Kosmonaut-Festivals

Es war warm letzten Sommer. Wobei „warm“ schon eine sehr euphemistische Beschreibung der Temperaturen des letzten Jahres ist. Umso lieber kühlt man sich bei einer solchen Hitze entsprechend ab. Am besten im Freibad. Aber man möchte ja auch was erleben können im Sommer, am liebsten auf jedes Festival gehen, was einem so in den Sinn kommt und dabei hoffentlich nicht schon wieder so viele Bands verpassen wie in der vorangegangenen Festivalsaison.

Für diesen Wunsch war die letzten Jahre das Kosmonaut-Festival ein richtiges Juwel am Festivalhimmel. Denn das von der Band Kraftklub organisierte Festival hatte einfach alles, was das Musik-Fan-Herz oder eben das Herz von so manch anderem Normalsterblichen so begehrt.

Alleine dieses Video zeigt wie liebevoll das gesamte Konzept des Festivals um den fiktiven Kosmonauten herum gestaltet wurde. Das Einfügen von Aufnahmen des Woodstock-Festivals, als würden sie nach Chemnitz gehören, beweist, dass das selbstironische Selbstverständnis des Festival-Teams auch durch diese traurigen Umstände nur wenig getrübt werden können.

Was nun die konkreten Gründe gewesen sind, die die Veranstalter*innen des Kosmonauts dazu bewegt hat, diese Entscheidung überhaupt treffen zu müssen, wird nicht angesprochen. Die Erklärung, mensch wolle die „Identität“ des Festivals nicht zu sehr verändern, ist aber in meinen Augen legitime Erklärung genug. Alle weiteren Spekulationen darüber, was genau zu dieser Situation geführt hat, würden wohl auch nur zu mehr Bekümmernis führen.

Ich persönlich werde es sehr vermissen. Ich hatte bisher nur ein einziges mal das Vergnügen am Stausee Rabenstein einen musikalischen Kurzurlaub zu machen, weil ich es letztes Jahr tatsächlich das erste mal zeitlich UND finanziell regeln konnte nach Chemnitz zu fahren. Doch schon dieser erste Besuch ließ bei meinen Begleiter*innen und mir das Verlangen aufsteigen dieses Festival zu einem Traditionsziel für den Sommer werden zu lassen. Nun also dieses Video zu sehen schmerzt uns sehr.

Das Kosmonaut war ein Festival mit gut durchdachtem Gesamtkonzept, dass dann auch noch mit ganz viel Charme umgesetzt wird. Als solches suchte es seines gleichen und war durch sein stets gut gestaltetes Line-Up ein heller Stern am weiten Festival-Himmel.

Alleine das Konzept des Geheimen Headliners war ein super toller Einfall, der bezeichnend für die Kreativität stand, die das Team bei der Planung des Festivals an den Tag legte. Das Spekulieren über den möglichen Act hierbei alleine verband auf dem Festivalgelände ungemein. Und ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich mir jemals ein Konzert von Scooter anschauen würde. Nach letztem Sommer möchte ich diese Live-Erfahrung auf gar keinen Fall missen!

Als Abschiedsparty soll es aber ein Konzert-Abend/ Ein-Tages-Festival mit geheimem Line-Up geben. Und so wie es aussieht soll der Eintritt hierfür kostenlos sein. Es bleibt also nur noch zu hoffen, dass nicht auch noch diese Veranstaltung dem derzeit wütenden COVID19-Virus zum Opfer fällt.

So bleibt mir vorerst nur zu sagen

Mach‘ es gut liebes Kosmonaut. Macht es gut liebe Kosmonaut*innen! Wir sehen uns dann hoffentlich ein letztes mal im August am Karl-Marx-Kopf!